Lippstadt gegen Gewalt an Frauen
Veröffentlicht: Freitag, 18.09.2026 14:31
Rund 60 Menschen haben in Lippstadt über konkrete Maßnahmen gegen Gewalt an Frauen beraten. Bei einem Dialogabend wurden zahlreiche Vorschläge gesammelt. Vier Ideen sollen nun von kleinen Arbeitsgruppen weiterentwickelt und möglichst umgesetzt werden.
Von der Diskussion zu konkreten Maßnahmen
Ausgangspunkt für den Dialog war eine Kundgebung gegen Gewalt an Frauen im März. Bürgermeister Alexander Tschense hatte damals angekündigt, das Thema weiterzuverfolgen und verschiedene Akteure zusammenzubringen. Zu Beginn der Veranstaltung informierte Lena Sauerland von der Frauenberatungsstelle Soest über verschiedene Formen von Gewalt. Dazu gehören nicht nur körperliche und sexualisierte Gewalt, sondern auch psychischer Druck, Kontrolle, finanzielle Abhängigkeit oder digitale Gewalt. Anschließend diskutierten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer in acht Kleingruppen über die Situation in Lippstadt und mögliche Lösungen. Dabei wurden auch persönliche Erfahrungen mit Grenzüberschreitungen und Gewalt thematisiert.
Informationskampagne soll Betroffene erreichen
Eine der ausgewählten Ideen ist eine Informationskampagne in Gastronomiebetrieben und an öffentlichen Orten. Über QR-Codes auf Bierdeckeln, Flyern oder Aufklebern sollen Betroffene unauffällig zu Beratungs- und Hilfsangeboten gelangen. Die Kampagne soll gleichzeitig Männer für Grenzüberschreitungen und verschiedene Formen von Gewalt sensibilisieren. Die weiteren drei ausgewählten Maßnahmen sollen ebenfalls in kleinen Arbeitsgruppen konkretisiert werden. Dabei sollen mögliche Partner einbezogen und die Umsetzung vorbereitet werden.
Stadt will den Prozess begleiten
Organisiert wurde der Dialog gemeinsam mit der Gleichstellungsstelle der Stadt Lippstadt. Die Stadt will den weiteren Prozess begleiten. Bürgermeister Alexander Tschense betonte, dass es nicht bei Betroffenheit und öffentlichen Appellen bleiben solle. Aus dem Dialog sollen konkrete Schritte für Lippstadt entstehen.