NRW-Zahlen: So divers sind Grundschulen im Kreis Soest
Veröffentlicht: Dienstag, 01.09.2026 10:26
Neue Zahlen von IT.NRW zeigen: Im Schuljahr 2025/26 hat fast jedes zweite Grundschulkind in NRW eine Zuwanderungsgeschichte. Im Kreis Soest liegt der Anteil deutlich unter dem Landesschnitt. Innerhalb des Kreises aber gibt es enorme Unterschiede, von knapp 50 Prozent in Lippstadt bis unter 20 Prozent in Möhnesee.
Fast jedes zweite Grundschulkind in NRW mit Zuwanderungsgeschichte
Im Schuljahr 2025/26 hatte landesweit fast die Hälfte aller Grundschulkinder in Nordrhein-Westfalen eine Zuwanderungsgeschichte. Das zeigen aktuelle Zahlen des Landesbetriebs IT.NRW. Der Anteil liegt bei 47,4 Prozent, das ist ein leichter Rückgang gegenüber dem Vorjahr. Im Kreis Soest fällt der Wert mit 39,8 Prozent deutlich niedriger aus: Von insgesamt 11.985 Grundschülerinnen und -schülern im Kreis haben 4.770 eine Zuwanderungsgeschichte.
Was bedeutet "Zuwanderungsgeschichte"?
Der Begriff ist in der IT.NRW-Statistik klar definiert: Als Zuwanderungsgeschichte gilt, wer selbst zugewandert ist, wer mindestens ein Elternteil hat, das im Ausland geboren wurde, oder wer in einer Familie aufwächst, in der zu Hause nicht Deutsch gesprochen wird. Die Zahl erfasst damit deutlich mehr als nur Kinder mit ausländischer Staatsangehörigkeit.
Große Unterschiede zwischen den Städten und Gemeinden im Kreis
Hinter dem Kreisschnitt von 39,8 Prozent stecken erhebliche Unterschiede zwischen den einzelnen Städten und Gemeinden. Am höchsten ist der Anteil in Lippstadt mit 49,9 Prozent und in Werl mit 49,5 Prozent - beide liegen damit fast auf dem NRW-Niveau. Geseke kommt auf 45,3 Prozent, Wickede (Ruhr) auf 43,3 Prozent. Die Stadt Soest selbst liegt mit 42,7 Prozent über dem Kreisschnitt, aber unter dem Landesdurchschnitt. Warstein liegt mit 39,7 Prozent knapp unter dem Kreismittel, Bad Sassendorf bei 35,6 Prozent und Erwitte bei 32,8 Prozent.
Am niedrigsten sind die Werte in den ländlich geprägten Gemeinden im Süden und Westen des Kreises. Anröchte kommt auf 29,1 Prozent, Rüthen auf 27 Prozent, Ense auf 23,3 Prozent, Lippetal auf 22,2 Prozent und Welver auf 21 Prozent. Das Schlusslicht bildet Möhnesee mit 19,3 Prozent - also nicht einmal halb so viel wie in Lippstadt.
NRW-weit: Ruhrgebiet deutlich vorne, ländliche Kreise hinten
Auch landesweit zeigt sich ein klares Muster. Die höchsten Anteile verzeichnen Gelsenkirchen mit 65,5 Prozent, Duisburg mit 65,3 Prozent und Hagen mit 64,9 Prozent - allesamt Großstädte im Ruhrgebiet. Am anderen Ende der Skala liegen der Kreis Coesfeld mit 26 Prozent, der Kreis Borken mit 29,9 Prozent und der Kreis Olpe mit 31,7 Prozent. Der Kreis Soest liegt mit 39,8 Prozent im unteren Mittelfeld - Rang 40 von 53 Kreisen und kreisfreien Städten in NRW.
Schulformen im Kreis Soest: Je nach Schule sehr unterschiedlich
Wer nicht nur auf Grundschulen schaut, sondern alle Schulformen im Kreis Soest vergleicht, sieht ein noch deutlicheres Bild. An Hauptschulen liegt der Anteil von Schülerinnen und Schülern mit Zuwanderungsgeschichte bei 71,3 Prozent - fast doppelt so hoch wie an Grundschulen. An Realschulen sind es 45,5 Prozent, an Sekundarschulen 45,9 Prozent und an Gesamtschulen 37,2 Prozent. Gymnasien liegen mit 31,1 Prozent deutlich darunter.