Bagger an der Lippe: Natur kehrt nach Garfeln zurück

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Bagger an der Lippe: Natur kehrt nach Garfeln zurück

Im Lippstädter Ortsteil Garfeln geht die Renaturierung der Lippe in die nächste Phase. Der zweite Bauabschnitt startet im September im Bereich Johanneskamp - der erste Abschnitt ist bereits fertig und die Natur hat den neuen Lebensraum schon angenommen. Uferschwalben brüten, Sandbänke verlagern sich.

© Symbolbild / Hellweg Radio

Neuer Lauf, neue Ufer, neue Gewässer

Im Bereich Johanneskamp im Lippstädter Ortsteil Garfeln starten im September die Arbeiten am zweiten Bauabschnitt der Lipperenaturierung östlich von Lippstadt. Wie schon im ersten Abschnitt wird der Fluss verlängert und das Ufer aufgeweitet. Neu dazu kommen diesmal zwei sogenannte Auengewässer - das sind flache, natürliche Wasserflächen in der Flussaue, die als Lebensraum für Tiere und Pflanzen dienen. Insgesamt werden dabei rund 34.000 Kubikmeter Boden bewegt. Damit Fische dabei nicht gefährdet werden, sollen die betroffenen Bereiche vor den Eingriffen abgefischt werden.

Erster Abschnitt abgeschlossen

Der erste Bauabschnitt wurde im Mai 2026 fertiggestellt - und die Natur hat den neuen Lebensraum bereits angenommen. Sandbänke haben sich verlagert, Uferschwalben brüten in den neu entstandenen Steilwänden entlang des Flusses. Die Bezirksregierung Arnsberg wertet das als positives Zeichen. Das Projekt reiht sich in ähnliche Maßnahmen am Unter- und Oberlauf der Lippe ein. Westlich von Lippstadt hat die Renaturierung nach Angaben der Behörde bereits zu einer Verbesserung der ökologischen Situation und einer höheren Aufenthaltsqualität geführt.

Kanuten müssen ab Mitte September umplanen

Wer die Lippe mit dem Kanu befährt, muss ab Mitte September mit einer Sperrung rechnen: Der Baustellenbereich ist dann auf dem Wasser nicht mehr passierbar. Aktuelle Informationen dazu sind an den flussaufwärts gelegenen Einstiegsstellen sowie über den Kanuverband NRW zu finden. Für Anwohnerinnen und Anwohner außerhalb des Baustellenbereichs entstehen keine weiteren Einschränkungen. Die Verkehrsführung in der Umgebung wurde bereits angepasst, um die umliegenden Straßen während der Bauzeit zu entlasten.

Baustelle bitte nicht betreten

Die Bezirksregierung Arnsberg bittet ausdrücklich darum, das Baugelände nicht zu betreten - aus Sicherheitsgründen und zum Schutz der entstehenden Naturräume. Die Arbeiten sollen bis zum Frühjahr 2027 abgeschlossen sein.

Europäische Vorgaben als Hintergrund

Das Projekt setzt die europäische Wasserrahmenrichtlinie im Regierungsbezirk Arnsberg um. Diese EU-Richtlinie verpflichtet die Mitgliedsstaaten dazu, Flüsse und andere Gewässer in einen guten ökologischen Zustand zu bringen. Die Renaturierung der Lippe östlich von Lippstadt ist dabei Teil eines größeren Programms, das den gesamten Flusslauf in der Region betrifft.