Schockanrufe: Erwitter muss fünf Jahre ins Gefängnis

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Schockanrufe: Erwitter muss fünf Jahre ins Gefängnis

Ein 27-Jähriger aus Erwitte muss für fünf Jahre ins Gefängnis. Das Landgericht München II verurteilte ihn wegen banden- und gewerbsmäßigen Betrugs mit sogenannten Schockanrufen. Zehn ältere Menschen wurden dabei um mehr als 917.000 Euro betrogen.

© Symbolbild / Hellweg Radio

Urteil am Landgericht München II

Das Landgericht München II hat am Dienstag (25. August 2026) ein Urteil gegen einen 27-Jährigen aus Erwitte gesprochen. Fünf Jahre Gefängnis wegen banden- und gewerbsmäßigen Betrugs - so lautet das Strafmaß. Das Gericht ordnete außerdem die Einziehung von Wertersatz in Höhe von 917.588 Euro an - sogenannt gesamtschuldnerisch, das heißt: Der Mann haftet für diesen Betrag gemeinsam mit weiteren Mitgliedern der Bande. Zusätzlich trägt er die Kosten des Verfahrens.

So funktionierte die Betrugsmasche

Die Bande setzte auf sogenannte Schockanrufe. Dabei werden ältere Menschen angerufen und mit einer erfundenen Geschichte unter Druck gesetzt. Die Täter behaupteten, der Sohn oder die Tochter des Opfers habe bei einem Verkehrsunfall jemanden getötet. Damit der Angehörige nicht in Untersuchungshaft müsse, sollten die Opfer Geld und Schmuck als Kaution übergeben. Zehn Menschen im Alter von 74 bis 89 Jahren fielen auf den Trick herein.

Der Angeklagte als "Abholer" in der Bande

Der 27-Jährige war in der Bande als sogenannter "Abholer" eingesetzt. Die Aufgaben waren klar aufgeteilt: Ein "Keiler" führte die Telefonate mit den Opfern, ein "Logistiker" lotste den Angeklagten zur jeweiligen Adresse - und der Mann aus Erwitte holte dann das Geld oder die Wertsachen persönlich ab. In neun Fällen lief das so - in Ostwestfalen, in Franken und im Schwarzwald. Der zehnte Fall blieb ein Versuch.

Festnahme in Wolfratshausen

Beim zehnten Versuch war Schluss. Ein Mann in Wolfratshausen, südlich von München, durchschaute den Trick und alarmierte die Polizei. Ermittler nahmen den 27-Jährigen daraufhin vor rund einem Jahr fest. Weil die Festnahme in Bayern stattfand, wurde der Fall auch vor dem Landgericht München II verhandelt. Seine Haftstrafe verbüßt der Mann nun im Gefängnis Landsberg am Lech.

Geständnis und Ausblick

Zu Prozessbeginn Anfang August hatte der Angeklagte die Taten gestanden. Ob er später in eine Justizvollzugsanstalt in Nordrhein-Westfalen verlegt wird, um näher an seiner Familie zu sein, liegt im Ermessen der Behörden. Die mutmaßlichen Hinterleute der Bande - also die Täter, die die Anrufe geführt haben - sind bislang noch nicht gefasst.