Kaserne in Soest soll wieder Bundeswehrstandort werden
Veröffentlicht: Dienstag, 11.08.2026 09:34
Die frühere Kanaal-van-Wessem-Kaserne – heute die Zentrale Unterbringungseinrichtung in Soest – soll wieder Bundeswehrstandort werden. Eine endgültige Stationierungsentscheidung steht aber noch aus.
Frühere Kaserne in Soest im Plan des Ministeriums
Das Bundesministerium der Verteidigung nennt die frühere Kanaal-van-Wessem-Kaserne in Soest als einen von fünf Standorten bundesweit, die kurzfristig für den neuen Wehrdienst zur Verfügung stehen sollen. Das Ministerium hat nach Angaben der CDU-Fraktion im Rat der Stadt Soest mitgeteilt, dass für diese Liegenschaften konkrete vorbereitende Schritte eingeleitet wurden. An dem Standort sollen so schnell wie möglich Ausbildungskapazitäten entstehen, die für den Aufwuchs der Streitkräfte des Heeres nötig sind. Die Kaserne steht seit Juli auf der Liste des Verteidigungsministeriums – damals war noch von acht möglichen Standorten bundesweit die Rede. Hintergrund ist der neue Wehrdienst, der seit dem 1. Januar 2026 gilt und den Aufbau neuer Ausbildungskapazitäten erfordert.
Bundeswehr plant neue Nutzung der Kaserne in Soest
Für Soest ist im September 2026 ein Gespräch vor Ort mit den Beteiligten geplant. Im Anschluss soll die Nutzungsabsicht in einer sogenannten Absichtserklärung festgehalten werden. Danach ist ein Landbeschaffungsverfahren vorgesehen, damit die Liegenschaft in den Besitz des Verteidigungsministeriums übergehen kann. Damit sollen die Voraussetzungen für weitere vertragliche und bauliche Maßnahmen geschaffen werden. Welche Truppen später in Soest stationiert werden, steht noch nicht fest. Das Ministerium stellt zugleich klar, dass die eingeleiteten Schritte noch keine endgültige Stationierungsentscheidung bedeuten.
CDU-Fraktion fordert aktive Rolle der Stadt
Die CDU-Fraktion im Soester Rat hat die Entwicklung begrüßt. Sie fordert den Bürgermeister auf, die Stadt in den Gesprächen mit dem Bund aktiv zu vertreten und den Rat über weitere Entwicklungen zu informieren.
„Die Historie in Soest, was Militärstandorte anbelangt, ist eine Erfolgsgeschichte und ist auch historisch prägend für diese Stadt. Und ich würde gerne an dieser Geschichte weiterschreiben." - Marcus Schiffer, Bürgermeister von Soest.
Die Kaserne wird aktuell noch vom Land für die Unterbringung von Geflüchteten genutzt. Die Zentrale Unterbringungseinrichtung (ZUE) in Soest bietet Platz für mehr als 1.000 Geflüchtete. Nach dem Zweiten Weltkrieg waren auf dem Gelände jahrzehntelang belgische Truppen stationiert. Nach deren Abzug in den 1990er Jahren lag das Gelände nach Angaben der Stadt Soest lange brach, bevor es als Unterbringungseinrichtung genutzt wurde.